Wolfgang G .P. Hejnech , Pegnitz-Zeitung , 20.10.2006
 

Landschaften, mit Klängen gemalt

„Kultur und Lions“ ist das Motto des Lions Club Lauf für die schon Tradition gewordenen Veranstaltungen, unter deren Dach auch der „Konzertabend für Flöte – Violoncello – Klavier“ am Donnerstagabend im Großen Sparkassensaal stand. Jan Ostry (Flöte), Georgij Lomakov (Violoncello), Ludek Sabaka (Klavier) und Jürgen Harries, der künstlerische Leiter der Konzertreihe „Musik in Scheune und Kapelle“ (Moderation), hatten sich zu einem kammermusikalischen Erlebnisfest vereinigt.

Schon der Entrée mit Haydns „Trio G-Dur Nr. 31“ für Flöte, Violoncello und Klavier gab die Richtung. Dem Ensemble war ein espritvolles Musizieren, erfüllt von musikalischer Freude im Ambiente verständig-differenzierender Stilsicherheit, ein Anliegen. Da klang Haydns erwähntes Trio eben, wie man sich die Musik des geistreichen Großmeisters vorstellt und wünscht: einfallsreich, mit feinem Humor, federnd, hüpfend, lachend, mit melodischer Tiefe und schlagfertigem Dialoggeplänkel. 

Hummels Trio-Variationen über das russische Volkslied „Schöne Minka“ ließen das Virtuosenzeitalter mit seinen artistischen Schaustellungen aufleben und das Trio g-Moll op. 63 von Carl Maria von Weber zeigte den anhebenden romantischen Geist der Zeit und den neuen Klangwillen durch aparte Kombinationen der Instrumente, ungewöhnliche formale Wege und Stimmungszauber in perfekter Wiedergabe. Als Solisten präsentierten sich dann Jan Ostry mit der Sonate für Flöte und Klavier G-Dur KV 301 von Wolfgang Amadeus Mozart, Georgij Lomakov mit den „Sieben Variationen Es-Dur op. 46“ von Ludwig van Beethoven und Ludek Sabaka mit der weitgehend unbekannten Klavierskizze von Bedrich Smetana: „Macbeth und die Hexen“. Doch, um mit dem letztgenannten Werk zu beginnen, was sich einfach Klavierskizze nennt, erwies sich als ein Werk höchster Virtuosität. 

Ein naturalistisches Tongemälde ist es, ein furioser Hexentanz, der mit dem Komponisten der „Moldau“ kaum etwas gemein hat. Mussorgsky, Skrijabin und Rachmaninoff lassen grüßen, wenn Sabaka den ungemein anspruchsvollen Part mit der Unbeschwertheit einer Klaviersonatine unter sein Publikum streut. Aber das ist das künstlerische Markenzeichen dieses Pianisten, das er instrumentale Schwierigkeiten zu musikalischen Leichtigkeiten transferiert und damit der Musik ihre reinste Seele zurückgewinnt. 

Jan Ostry steht dem nicht nach. Flöte ist bei ihm kein ehrwürdiges Instrument (in seinem formalen Sinne), sondern schattierungsbreite Persönlichkeit, der er facettenreichen Klang und behände Beweglichkeit zu entlocken weiß, um sie zur musikalisch-spielerischen Kommunikation mit dem Klavier zu führen.   
„Kultur und Lions“: der Lions Club Lauf hat mit diesem Konzert eine Unternehmung weitergeführt, von der man sich noch viele Fortsetzungen erhoffen darf.